Eine Bürgerinitiative stellt die Finanzierung des Besucherzentrums infrage. Der staatliche Prüfbericht belegt für 2023 deutlich verfehlte Eintrittserwartungen. Er belegt aber weder einen aktuellen Jahresverlust von 2026 noch eine automatisch fällige EU-Rückzahlung.

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Eine Finanzierungsfrage hinter dem Ausflugsziel

Biševo wird häufig über die Modra špilja, die Blaue Grotte, wahrgenommen. Das Besucherzentrum gleichen Namens verfolgt einen breiteren Anspruch: Es soll die Geologie, Natur und Kultur der Insel erklären. Am 10. Oktober hat das Portal Morski eine Stellungnahme der Bürgerinitiative Svezak veröffentlicht, die die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Zentrums infrage stellt und mehr Transparenz verlangt.

Der aktuelle Streit ist ein Anlass, genauer in die Unterlagen zu schauen. Eine wichtige Quelle ist bereits öffentlich: der Bericht des kroatischen Staatlichen Rechnungshofs zur Betreibergesellschaft Nautički centar Komiža. Er wurde am 12. Dezember 2025 abgeschlossen und prüft das Geschäftsjahr 2023. Seine Zahlen sind damit ein belastbarer Rückblick, keine aktuelle Abrechnung des Jahres 2026.

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Grotte, Zentrum und Gesellschaft sind nicht dasselbe

Der gemeinsame Name führt leicht zu einem Missverständnis. Die Einnahmen aus dem Besuch der Blauen Grotte sind im Prüfbericht ein eigener Posten. Die Eintrittseinnahmen des Besucherzentrums werden davon getrennt behandelt. Und die Betreibergesellschaft übernimmt zusätzlich andere Aufgaben, unter anderem kommunale Dienstleistungen und Verkehrsleistungen.

Wer den gesamten Unternehmensgewinn als Ergebnis des Museums liest, vermischt diese Ebenen. Umgekehrt beweist eine schwache Einnahmenposition des Zentrums nicht, dass die ganze Gesellschaft Verlust macht. Eine sinnvolle Diskussion beginnt daher bei der Frage, für welchen Betriebsteil, welches Jahr und welche Art von Einnahme eine Zahl gilt.

Das offizielle Konzept des Zentrums reicht zudem über eine Eintrittskasse hinaus. Die Selbstdarstellung nennt Ausstellungen und Bildungsangebote, Natur- und Kulturerbe sowie Räume für Organisationen, Wissenschaft und nachhaltige Entwicklung. Ob und wie diese Ziele erreicht werden, müsste neben den finanziellen Ergebnissen bewertet werden. Ein Konzepttext ist dafür ein Maßstab, aber noch kein Wirkungsnachweis.

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Was die Prüfung zu den Eintrittseinnahmen zeigt

Für 2023 waren 210.000 Euro Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten für das Besucherzentrum geplant. Nach dem Prüfbericht blieb das tatsächliche Ergebnis um 206.656,48 Euro beziehungsweise 98,4 Prozent darunter. Aus der Differenz ergibt sich rechnerisch ein Istwert von 3.343,52 Euro.

Das ist eine erhebliche Abweichung vom Plan. Es handelt sich aber ausdrücklich um Eintrittseinnahmen des Zentrums, nicht um sämtliche Erlöse aller Aktivitäten auf Biševo und nicht um einen bereits berechneten Betriebsverlust. Für einen Verlust müssten die zugehörigen Erträge und Aufwendungen vollständig gegenübergestellt werden. Die fehlenden Ticketumsätze allein liefern diese Rechnung nicht.

Zum Vergleich nennt derselbe Bericht für 2023 rund 1,98 Millionen Euro Einnahmen aus Eintrittskarten für die Blaue Grotte. Auch dieser Betrag ist Umsatz, nicht Gewinn. Er zeigt vor allem, weshalb die Trennung der beiden Besuchsangebote notwendig ist: Die touristische Bekanntheit der Grotte hat sich im geprüften Jahr nicht entsprechend in den geplanten Eintrittserlösen des Zentrums niedergeschlagen.

Illustration getrennter Unterlagenstapel, eines leeren Buchs und eines Taschenrechners vor einer Inselbucht
Golden Beach / OpenAI ImageGen · KI-Symbolbild zur getrennten Betrachtung von Einnahmen und Betriebskosten, keine echten Geschäftsunterlagen oder Ortsansicht
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Laufender Betrieb kostet auch jenseits der Ausstellung

Der Prüfbericht dokumentiert einen 2022 geschlossenen und im Januar 2023 ergänzten Vertrag über Anmietung und Bewirtschaftung der Räume des Besucherzentrums. Vereinbart waren fünf Jahre sowie monatlich 2.747,12 Euro Miete ohne Mehrwertsteuer, zuzüglich Betriebskosten. Übergeben wurden unter anderem Ausstellungs- und Bildungsräume, ein Gastronomiebereich und zwei elektrische Fahrzeuge für Besucher.

Diese Angaben machen sichtbar, dass ein gebautes Zentrum dauerhaft organisiert und finanziert werden muss. Für eine vollständige Bewertung braucht es mehr als die Gegenüberstellung eines Bauzuschusses und einer Eintrittskasse: Welche Kosten fallen für Personal, Räume, Technik und Angebote an? Welche Einnahmen werden dem Zentrum tatsächlich zugerechnet? Welche Leistungen sollen bewusst öffentlich finanziert werden?

Die gesamte Gesellschaft erzielte 2023 laut Bericht einen Gewinn vor Steuern von 465.783,98 Euro. Diese positive Gesamtzahl beantwortet die Fragen nach dem Zentrum ebenso wenig wie die stark unterschrittenen Ticketpläne. Sie verhindert aber die falsche Schlussfolgerung, der Prüfbericht weise für das gesamte Unternehmen einen Verlust aus.

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Der Rechnungshof fordert nachvollziehbarere Planung

Die Prüfer empfehlen realistischere Ansätze für Einnahmen, Ausgaben und Gewinn sowie eine Anpassung des Finanzplans bei wesentlichen Abweichungen. Außerdem sollen geplante und tatsächliche Werte besser vergleichbar sein. Das ist keine nebensächliche Formalie: Nur dann lässt sich erkennen, ob eine Annahme nicht aufgegangen ist und welche Entscheidung daraus folgt.

Für das Besucherzentrum wäre eine getrennte, über mehrere Jahre nachvollziehbare Betriebsrechnung deshalb besonders hilfreich. Ergänzend wären Besucherzahlen, Nutzung der Bildungsangebote und erkennbare Leistungen für die Insel nötig. Das sind Kriterien für eine faire Bewertung: Öffentlicher Nutzen darf benannt werden, muss aber ebenso nachvollziehbar sein wie ein finanzieller Zuschuss.

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Was die aktuelle Debatte noch nicht beweist

Die in der öffentlichen Auseinandersetzung genannten aktuellen Verlustsummen können wir mit dem Bericht über 2023 nicht bestätigen. Ebenso wenig liegt uns ein konkreter Rückforderungsbescheid für EU-Mittel vor. Eine behauptete vollständige Rückzahlung darf deshalb nicht als bereits feststehende finanzielle Verpflichtung dargestellt werden.

Auch eine beschlossene Schließung ergibt sich aus den hier ausgewerteten Quellen nicht. Für Besucher ist die Debatte daher keine automatische Absage ihres geplanten Aufenthalts. Aktuelle Öffnung, Programm und Erreichbarkeit sind direkt beim Zentrum zu prüfen. Für die politische Bewertung bleiben die aktuellen Betriebszahlen und die konkreten Förderbedingungen entscheidend.

Der belegte Kern ist schon ohne dramatische Zuspitzung wichtig: Die Eintrittserwartungen des Zentrums wurden 2023 stark verfehlt, und der Rechnungshof sieht Verbesserungsbedarf in der Planung. Wie sich der Betrieb seither entwickelt hat, muss mit neueren Zahlen beantwortet werden – nicht mit der Annahme, die bekannte Grotte werde jedes andere Angebot von selbst tragen.

Faktatilanne

Lähteet ja päiväys

Lähteet tukevat faktoja. Suunnitteluohjeet ja suositukset ovat Golden Beachin toimituksellisia arvioita.

  1. Izvješće o obavljenoj financijskoj reviziji: Nautički centar Komiža d.o.o. za 2023.Državni ured za reviziju · Područni ured Split · 12. Dezember 2025, Geschäftsjahr 2023; geprüft am 10. Oktober 2026PDF-Seiten 13, 15, 18–19 und 33: Eintrittsplan und Abweichung, Einnahmen der Grotte, Gesamtgewinn der Gesellschaft, Mietvertrag und Planungsempfehlungen. Ist-Eintrittserlös 3.343,52 Euro als eigene Subtraktion aus Plan und Fehlbetrag; keine 2026-Betriebsrechnung.
  2. O CentruCentar za posjetitelje Modra špilja – Biševo / Grad Komiža · ohne Veröffentlichungsdatum; abgerufen am 10. Oktober 2026Offizielles Konzept: Natur- und Kulturerbe, Ausstellung, Bildung und Nutzung durch Wissenschaft/Zivilgesellschaft; keine Bestätigung aktueller Auslastung oder Öffnungszeiten
  3. Komiška udruga zvoni na uzbunu: Centar Modra špilja Biševo …Morski.hr · 10. Oktober 2026Veröffentlichte Stellungnahme der Initiative Svezak als Anlass der Debatte; deren aktuellen Verlust- und Rückzahlungsbehauptungen werden nicht als verifizierte Tatsachen übernommen
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