Südöstlich von Seline ist eine 40.000 Quadratmeter große Zuchtfläche vorgesehen. Die Regierungsunterlagen beschreiben eine beabsichtigte Vergabe für 20 Jahre. Die oft genannte Millionensumme ist dabei weder Kaufpreis für das Meer noch jährliche Gebühr.
Vier Hektar im Gemeindegebiet Starigrad
Die kroatische Regierung hat am 14. Oktober die Bekanntmachung einer beabsichtigten Konzessionsvergabe für Muschelzucht beschlossen. Das Verkehrsministerium bestätigt den Schritt in seiner Mitteilung vom selben Tag. Gemeint ist eine Fläche südöstlich von Seline, vor dem Bereich Provalija in der Gemeinde Starigrad, Gespanschaft Zadar. Es geht nicht um Stari Grad auf Hvar.
Die Sitzungsunterlage nennt 40.000 Quadratmeter, also vier Hektar, und eine jährliche Zuchtmenge von höchstens 100 Tonnen. Grundlage ist eine Standortgenehmigung vom 8. Oktober 2025. Weil die Fläche mehr als 300 Meter von der Küste entfernt liegt, ordnet die Begründung sie als Vorhaben von staatlicher Bedeutung ein; zuständig für die Konzession ist daher die Regierung.
Die Millionensumme bezeichnet den geschätzten Konzessionswert
In der Unterlage steht ein geschätzter Konzessionswert von 3.944.216,23 Euro. Dieser Wert darf nicht mit einer jährlichen Zahlung an den Staat oder mit einem Kaufpreis gleichgesetzt werden. Vorgesehen ist eine wirtschaftliche Nutzung über 20 Jahre ab Abschluss des Konzessionsvertrags, nicht die Veräußerung der Meeresfläche.
Die Gebühr wird separat beschrieben. Ausgangswerte sind jährlich 0,10 Euro pro Quadratmeter sowie 0,40 Prozent der auf der Konzessionsfläche erzielten Einnahmen. Auf 40.000 Quadratmeter gerechnet entspricht der anfängliche feste Mindestansatz 4.000 Euro im Jahr, zuzüglich des variablen Teils. Die Vorlage sieht spätere stufenweise Erhöhungen vor; das tatsächliche Angebot kann über den Ausgangswerten liegen.
Ein Verfahren mit noch offenem Ergebnis
Die veröffentlichte Sitzungsunterlage ist eine Vergabeabsicht, keine Bekanntgabe eines Gewinners. Sie sieht eine Angebotsfrist von 30 Tagen ab Veröffentlichung im kroatischen elektronischen Vergabeanzeiger vor. Ohne das dortige Veröffentlichungsdatum lässt sich daraus kein belastbares konkretes Fristende berechnen.
Bei der Bewertung sollen feste Gebühr, variable Gebühr und Investition mit 30, 30 und 40 Prozent gewichtet werden. VELE MARE wird genannt, weil das Unternehmen die Standortgenehmigung beschafft hat und der ausgewählte Bieter dessen ausgewiesene Kosten ersetzen soll. Diese Nennung beweist nicht, dass VELE MARE die Konzession bereits erhält. Die Unterlage lässt ausdrücklich auch die Nichtannahme aller Angebote zu.
Was sich für Besucher daraus noch nicht ableiten lässt
Ein Eröffnungstermin, ein endgültiger Betreiber und die tatsächlich vor Ort eingerichtete Anlage sind mit dieser Vorlage nicht bestätigt. Ebenso wenig folgt daraus, dass nun pauschal ein Strand gesperrt oder ein neuer Ausflugspunkt eröffnet wäre. Die genaue Fläche ist in den Vergabeunterlagen über Koordinaten abgegrenzt; das Symbolbild dieses Artikels ersetzt keinen Lageplan.
Für Menschen, die den Velebitkanal nutzen oder die Küstenentwicklung verfolgen, ist das Verfahren dennoch interessant: Es zeigt, wie eine bestimmte Meeresfläche für eine langfristige wirtschaftliche Nutzung vorgesehen wird. Der nächste belastbare Schritt wäre die veröffentlichte Ausschreibung und später die Vergabeentscheidung – nicht die bloße Wiederholung einer großen Eurozahl.
Faktenlage
Quellen & Datenstand
Die Quellen tragen die Fakten. Planungshinweise und Empfehlungen sind redaktionelle Einordnungen von Golden Beach.
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