Ein internationales Team untersucht neue Funde im Reservat Datule–Barbariga. Die Knochen sollen rund 130 Millionen Jahre alt sein. Die Fundstelle selbst ist seit Jahrzehnten bekannt und kein frei zugänglicher Fossilien-Sammelplatz.
Neue Knochen aus einer bekannten Fundstelle
Vor Bale arbeitet ein internationales Forschungsteam an Dinosaurierknochen im Meer. HRT zeigte die Arbeiten am 13. Oktober und berichtete unter anderem über Wirbel- und Rippenfunde. Der beteiligte Paläontologe Matthew Lamanna ordnet das untersuchte Tier als neue Art ein.
Das ist eine fachliche Einschätzung aus der laufenden Forschung. Eine formale wissenschaftliche Beschreibung mit einem neuen Artnamen stellt der Bericht noch nicht vor. Die Nachricht lässt sich deshalb präzise erzählen, ohne schon einen fertigen Stammbaum oder das vollständige Aussehen des Tieres zu behaupten.
Das Reservat wurde nicht erst jetzt entdeckt
Die ersten Dinosaurierknochen wurden hier bereits 1993 gefunden. Natura Histrica datiert den Schutzbeschluss für Datule–Barbariga auf 1994 und nennt eine Fläche von 425,65 Hektar. Die fossilführenden Schichten gehören zur Unterkreide; die Verwaltung ordnet sie in einen Zeitraum von ungefähr 130 bis 120 Millionen Jahren ein.
Neu sind damit die aktuelle Grabung und ihre möglichen wissenschaftlichen Ergebnisse. Alt und weiterhin wichtig ist die Erkenntnis, dass diese Küste ein außergewöhnliches erdgeschichtliches Archiv bewahrt. Ein neuer Fund macht nicht die gesamte Fundstelle zu einer Neuentdeckung.
Forschungsgebiet statt privates Tauchabenteuer
Für das geschützte Gebiet nennt Natura Histrica Verbote für Fischfang, Ankern, Unterwasseraktivitäten und die Entnahme natürlicher Bestandteile. Die genehmigte wissenschaftliche Arbeit ist davon zu unterscheiden. Die öffentlich erläuterten Schutzregeln sind keine Einladung, selbst Knochen freizulegen oder vermeintlich lose Fundstücke mitzunehmen.
Wer sich für die Funde interessiert, kann die Ergebnisse verfolgen, ohne den Fundort aufzusuchen. Gerade ein unscheinbarer Stein kann wissenschaftlichen Wert besitzen; für die Forschung zählt nicht nur das einzelne Objekt, sondern auch sein Zusammenhang mit den umgebenden Schichten. Eine aus dem Gestein gelöste Erinnerung ist dafür kein Ersatz.
Was die nächste Nachricht interessant machen würde
Besonders aufschlussreich wäre die veröffentlichte wissenschaftliche Beschreibung: Welche Merkmale unterscheiden das Tier von bekannten Formen, welche Teile sind erhalten, und wie sicher ist die Zuordnung? Bis dahin bleibt die Äußerung des beteiligten Forschers als solche erkennbar.
Das schmälert den Fund nicht. Es zeigt vielmehr, warum zwischen einer spannenden Grabungsreportage und einer belastbaren neuen Artbeschreibung weitere Arbeit liegt. Istriens Geschichte beginnt weit vor seinen Altstädten – und ein Teil davon wird heute unter Wasser untersucht.
Faktenlage
Quellen & Datenstand
Die Quellen tragen die Fakten. Planungshinweise und Empfehlungen sind redaktionelle Einordnungen von Golden Beach.
- Svjetsko otkriće u Istri – U moru pronađene kosti dosad nepoznate vrste dinosauraHRT, Marko Percan · 13. Oktober 2026, 20:18 UhrOriginalreportage mit beteiligten Forschern, aktuelle Funde und Einschätzung einer neuen Art; keine taxonomische Fachpublikation
- Posebni paleontološki rezervat Datule–BarbarigaNatura Histrica · Schutzbeschluss 1994; geprüft 14./15. Oktober 2026Geschichte, Fläche, geologische Einordnung und Schutzregeln des Reservats; per direktem Abruf archiviert