Am einsamen Kap Škamica ist eine historische Sonnenuhr rekonstruiert worden. Sie erzählt von Fischern, Hirten und Orientierung – doch Erbauer, Alter und genaue Nutzung bleiben teilweise offen.
Ein Zeitmesser kehrt in die Landschaft zurück
Die Stadt Pag hatte Anfang 2026 die fachlich begleitete Rekonstruktion der historischen Sonnenuhr am Kap Škamica vorbereitet. Eine aktuelle Reportage meldet nun den Abschluss der Arbeiten.
Der städtische Haushalt weist für die Aktivität Sonnenuhr Vlašići 10.700 Euro aus. Archäologische und konservatorische Fachstellen begleiteten das Vorhaben; eine direkte städtische Abschlussmeldung war beim Redaktionsschluss noch nicht veröffentlicht.
Wofür die Sonnenuhr gedient haben könnte
Die Anlage liegt in einer kargen Küstenlandschaft, die traditionell von Fischern und Hirten genutzt wurde. Überliefert ist die Deutung, dass sie Tageszeit und Arbeitsrhythmus sichtbar machte und zugleich an einem wichtigen Orientierungspunkt stand.
Solche Deutungen sind plausibel, aber nicht dasselbe wie ein erhaltenes Bauprotokoll. Wer die Uhr gebaut hat und wann genau sie entstand, bleibt ungeklärt; ältere städtische Angaben verorten sie wahrscheinlich im späten 19. Jahrhundert.
Zwei Zahlenwelten auf einem Stein
Die restaurierte Darstellung verbindet nach aktueller Beschreibung römische Ziffern für die Winterseite und arabische Ziffern für die Sommerseite. Gerade diese Besonderheit macht das Objekt kulturgeschichtlich interessant.
Wie weit alle heutigen Markierungen auf gesicherte Originalspuren zurückgehen, sollte die fachliche Projektdokumentation erklären. Bis sie vollständig öffentlich vorliegt, bleibt die Sonnenuhr ein rekonstruiertes Denkmal mit offenen Fragen.
Der Weg ist Teil des Besuchs
Škamica ist kein Parkplatzdenkmal. Die aktuelle Beschreibung nennt einen ungefähr vier Kilometer langen Fußweg aus dem Raum Vlašići beziehungsweise Smokvica. Auf Pag bedeuten vier Kilometer Karst wenig Schatten, scharfes Gestein und bei Wind eine deutlich anspruchsvollere Strecke als auf einer Promenade.
Feste Schuhe, Wasser, Sonnenschutz und ein Blick auf Wind und Temperatur gehören zur Planung. Der Rückweg muss in Zeit und Trinkwasservorrat mitgerechnet werden; bei großer Hitze ist ein früher oder später Tageszeitpunkt sinnvoller.
Ein Denkmal, kein Picknicktisch
Die Rekonstruktion macht den Ort wieder lesbar, aber nicht beliebig benutzbar. Nicht auf die Konstruktion klettern, keine Ziffern nachzeichnen und keine Steine aus den Trockenmauern versetzen.
Wer die Sonnenuhr besucht, nimmt eigene Abfälle wieder mit und bleibt auf vorhandenen Wegen. So bleibt aus einer gelungenen Wiederentdeckung kein neuer Belastungspunkt in einer stillen Küstenlandschaft.
Faktenlage
Quellen & Datenstand
Die Quellen tragen die Fakten. Planungshinweise und Empfehlungen sind redaktionelle Einordnungen von Golden Beach.
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