Fast gleichzeitig liefen in zwei dalmatinischen Seegebieten Rettungseinsätze: Zwischen Čiovo und den Drvenik-Inseln wurde ein vermisster Fahrer nach vier Stunden gefunden. Vor Kaprije brachte die Hafenbehörde zwei Verletzte zur medizinischen Versorgung nach Šibenik.
Zwei Einsätze am selben Abend – aber kein gemeinsamer Unfall
Am Abend des 25. August 2026 gingen bei der kroatischen Seenotrettung zwei zeitlich nahe, räumlich und sachlich jedoch getrennte Meldungen ein. Die erste betraf ein Boot, das in der Bucht von Kaprije an die Küste gestoßen war. Wenige Minuten später begann im Trogirer Archipel die Suche nach einem vermissten Jet-Ski-Fahrer.
Das kroatische Ministerium für Meer, Verkehr und Infrastruktur veröffentlichte beide Abläufe in einer gemeinsamen Meldung. Daraus entsteht keine Verbindung zwischen den Unfällen. Weder dieselben Beteiligten noch eine gemeinsame Ursache oder Wetterlage werden genannt.
Die Suche begann um 21:10 Uhr
Um 21:10 Uhr leitete das Gespanschaftszentrum 112 in Split die Vermisstenmeldung an die nationale Seenotleitstelle MRCC Rijeka weiter. Gesucht wurde ein kroatischer Staatsbürger, der mit einem Jet-Ski unterwegs gewesen war. Der Suchraum erstreckte sich von der Marina Seget Donji westwärts in Richtung der Bucht Duga und Sv. Fumija.
Beteiligt waren ein Rettungsboot der Hafenbehörden-Außenstelle Milna, ein Polizeiboot, ein Feuerwehrboot der Berufsfeuerwehr Trogir sowie zwei private Boote. Split-radio verbreitete zusätzlich einen PAN-PAN-Aufruf, damit Schiffe im Gebiet Ausschau hielten und relevante Beobachtungen meldeten.
Warum eine Inselgruppe nachts systematisch abgesucht wird
Die Milna-Besatzung kontrollierte nacheinander die Bereiche um Balkun, Pijavica, Gornja, Sridnja und Vela Kluda sowie Galera. Diese Ortsfolge zeigt, wie eine Suche in einem Archipel funktioniert: nicht als gerade Fahrt über offenes Wasser, sondern entlang möglicher Drift-, Insel- und Küstenbereiche.
Suchscheinwerfer, Funk, mehrere Bootstypen und die Kenntnis kleiner Durchfahrten ergänzen einander. Der veröffentlichte Bericht nennt jedoch keine berechnete Drift, keine exakte Sichtweite und keine Ursache des Verschwindens. Solche Details dürfen aus der Route nicht nachträglich erfunden werden.
Um 01:10 Uhr wurde der Fahrer lebend gefunden
Nach rund vier Stunden meldete die Hafenbehörden-Außenstelle Milna den Mann zwischen Mali und Veli Drvenik als gefunden. Er war laut Ministerium unverletzt, aber unterkühlt. Anschließend übernahm ihn die Polizei; weitere medizinische Einzelheiten veröffentlicht die Meldung nicht.
Nicht bestätigt ist der in einem Radarbericht vermutete technische Defekt. Ebenso offen bleibt, ob und in welchem Zustand der Jet-Ski geborgen wurde. Das Golden-Beach-Symbolbild zeigt deshalb keine Rekonstruktion des tatsächlichen Fundmoments.
Der zweite Notruf kam aus der Bucht von Kaprije
Bereits um 20:55 Uhr hatte das Gespanschaftszentrum 112 in Šibenik einen Bootsunfall gegenüber dem Fähranleger von Kaprije an MRCC Rijeka gemeldet. Das Boot war nach amtlicher Darstellung an die Küste gestoßen. Bewohner der Insel brachten zwei verletzte Besatzungsmitglieder zum Anleger.
Auch die Besatzung des Katamarans „Mali Princ“ informierte die Seenotleitstelle. Der veröffentlichte Stand nennt weder den Verletzungsgrad noch Geschwindigkeit, Alkohol, technischen Fehler oder Wetter als Ursache. Ein Aufprall ist belegt; die Erklärung dafür nicht.
Dalmatien · 25./26. August
Zwei Notfälle, zwei Rettungswege
Auf einer Insel beginnt medizinische Hilfe oft am Anleger
Um 21:22 Uhr forderte der Rettungsdienst einen medizinischen Seetransport an. Ein Boot der Hafenbehörde nahm die beiden Verletzten auf und brachte sie nach Šibenik zur weiteren Versorgung. Zwischen erster Meldung und Transport lagen damit mehrere Glieder: Inselbewohner, Katamaranbesatzung, 112, MRCC, Rettungsdienst und Hafenbehörde.
Gerade auf kleinen Inseln ersetzt kein einzelner Beteiligter die gesamte Kette. Bewohner leisten unmittelbare Hilfe, die Leitstelle koordiniert, der Rettungsdienst entscheidet über den medizinischen Bedarf und ein geeignetes Boot überbrückt die Strecke zum Festland.
Was der amtliche Bericht offenlässt
Für den Jet-Ski-Fall fehlen Ursache, genauer Ausgangspunkt, technische Untersuchung und Informationen zum Fahrzeug. Für Kaprije fehlen Unfallursache, Verletzungsgrad und Ergebnis weiterer Ermittlungen. Auch Sanktionen oder strafrechtliche Vorwürfe nennt die Meldung nicht.
Die richtige Nachricht ist deshalb nicht, warum beide Vorfälle geschahen, sondern wie die Rettung funktionierte: Ein Vermisster wurde lebend gefunden, zwei Verletzte erhielten einen organisierten Seetransport. Alles Weitere braucht einen neuen amtlichen Stand.
Was im eigenen Notfall wirklich hilft
Wer auf dem Wasser vermisst wird, einen Unfall beobachtet oder medizinische Hilfe benötigt, erreicht Kroatiens einheitlichen Notruf über 112. Hilfreich sind eine möglichst genaue Position, Fahrtrichtung, Beschreibung von Boot oder Jet-Ski, Zahl der Personen und die letzte sichere Sichtung. Wer selbst sucht, sollte die Leitstelle informieren und den Einsatz nicht durch riskante Alleinfahrten vergrößern.
Der Fall zeigt außerdem, warum Licht, Funk- oder Telefonverbindung, passende Kleidung und ein klarer Rückkehrplan auch bei kurzen Abendfahrten wichtig sind. Das ist keine nachträgliche Schuldzuweisung an die Beteiligten, sondern die praktische Lehre aus einer Suche, die bis nach Mitternacht dauerte.
Faktenlage
Quellen & Datenstand
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