Von Donji Karin bis Maslenica soll ein gemeinsames Abwassersystem mit 90 Pumpstationen und einem Klärwerk für 45.000 Einwohnerwerte entstehen. Veröffentlicht ist bislang jedoch nur die Umweltvorprüfung.

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Ein Abwasserverbund für sechs Kommunen

Das Vorhaben Aglomeracija Ražanac bündelt 21 Orte in einem gemeinsamen Entwässerungssystem. Im Gebiet der Stadt Obrovac sind Kruševo und Gornji Karin vorgesehen, im Gebiet der Stadt Benkovac Islam Grčki und Donji Karin. Hinzu kommen Islam Latinski, Grgurice, Slivnica, Posedarje, Podgradina, Vinjerac und Ždrilo in der Gemeinde Posedarje.

Zum Projektgebiet gehören außerdem Paljuv, Pridraga und Novigrad in der Gemeinde Novigrad, Maslenica in der Gemeinde Jasenice sowie Ražanac, Rtina, Krneza, Ljubač, Radovin und Jovići in der Gemeinde Ražanac. Antragsteller sind Vodovod Zadar und Komunalac Biograd na Moru; Vodovod tritt im Verfahren als gemeinsamer Vertreter auf.

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Fast 300 Kilometer Leitungen und 90 Pumpstationen

Der veröffentlichte Umweltbericht beschreibt rund 227 Kilometer Freigefälleleitungen, etwa 67 Kilometer Druckleitungen und ungefähr 3,2 Kilometer Auslaufleitungen. Zusammen ergibt das knapp 297 Kilometer Leitungsnetz. Weil das Gelände nicht überall ein natürliches Gefälle zulässt, sind 90 Pumpstationen vorgesehen.

Zusätzlich nennt die Planung 8.491 Vorbereitungen für Hausanschlüsse. Das sind technische Anschlussmöglichkeiten im Projektumfang – nicht 8.491 bereits angeschlossene Häuser. Ob und wann ein Grundstück tatsächlich angeschlossen wird, hängt von späteren Genehmigungen, Bauabschnitten und der Umsetzung vor Ort ab.

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Ein zentrales Klärwerk für 45.000 Einwohnerwerte

Kern der Planung ist ein gemeinsames Abwasserreinigungswerk Ražanac mit einer Kapazität von 45.000 Einwohnerwerten und zweiter Reinigungsstufe. Der Einwohnerwert ist eine Planungsgröße für die organische Belastung; er ist nicht mit 45.000 dauerhaft gemeldeten Einwohnern gleichzusetzen.

Das gereinigte Wasser soll über einen insgesamt etwa 3.243 Meter langen Auslass in den Velebitkanal geleitet werden. Rund 2.742 Meter davon wären als Unterwasserleitung ausgeführt. Diese Angaben beschreiben die beantragte technische Lösung, nicht bereits gebaute oder in Betrieb befindliche Anlagen.

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Karinsko und Novigradsko more werden gemeinsam geplant

Frühere Teilplanungen sahen mehrere getrennte Systeme und Reinigungsanlagen rund um das Karinsko und Novigradsko more vor. Im aktuellen Konzept werden diese Bereiche mit Ražanac zu einer größeren Agglomeration verbunden; zuvor geplante separate Klärwerke sind in dieser Variante nicht mehr enthalten.

Das bedeutet nicht, dass bestehende Anlagen abgerissen oder laufende Systeme sofort umgestellt werden. Gegenstand des veröffentlichten Verfahrens ist die neue Gesamtplanung. Welche Übergangslösungen, Bauphasen und Anschlüsse später tatsächlich umgesetzt werden, ist aus der Umweltvorprüfung nicht abzulesen.

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Die Trassen sollen überwiegend in Straßen liegen

Wo es technisch möglich ist, sollen die Leitungen in vorhandenen Straßenkorridoren verlaufen. Der Bericht nennt aber auch Abschnitte außerhalb von Straßen: ungefähr 608 Meter bei Posedarje, 2.131 Meter bei Rtina, 872 Meter bei Kruševo und 1.700 Meter bei Ražanac. Zusammen sind das gut 5,3 Kilometer.

Für Bewohner und Reisende lässt sich daraus noch kein Baustellenkalender ableiten. Spätere Arbeiten könnten abschnittsweise Verkehrsführungen, Zufahrten und Grundstücksanschlüsse betreffen, doch konkrete Sperren, Bauzeiten oder Umleitungen sind in den jetzt veröffentlichten Unterlagen nicht angekündigt.

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Noch läuft erst die Umweltvorprüfung

Das Ministerium hat am 23. September die OPUO veröffentlicht, die kroatische Vorprüfung zur Frage, ob eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung nötig ist. Zugleich wird geprüft, ob eine Hauptprüfung der Verträglichkeit mit dem Natura-2000-Netz erforderlich wird. Dieses Verfahren ist weder eine Baugenehmigung noch ein Bauauftrag.

Die Öffentlichkeit kann innerhalb von 30 Tagen ab Veröffentlichung schriftliche Stellungnahmen beim Ministerium einreichen. Danach entscheidet die Behörde über die weiteren Umweltprüfungen und mögliche Auflagen. Erst spätere Genehmigungs- und Vergabeschritte können das Projekt in Richtung Baustelle bringen.

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Kosten, Finanzierung und Termine bleiben offen

In den veröffentlichten OPUO-Unterlagen sind weder ein verbindlicher Gesamtpreis noch eine bestätigte Finanzierung, ein vergebener Bauauftrag, ein Baustart oder ein Fertigstellungstermin genannt. Auch aus der großen Netzlänge lässt sich deshalb kein seriöser Eröffnungstermin errechnen.

Praktisch wichtig ist das Projekt trotzdem: Es zeigt, welche Orte gemeinsam entwässert werden sollen und welche Dimension die zentrale Lösung hätte. Belastbar werden Anschlussfristen, Straßenarbeiten und Gebühren erst durch spätere amtliche Entscheidungen der Versorger, Kommunen und Genehmigungsbehörden.

Faktenlage

Quellen & Datenstand

Die Quellen tragen die Fakten. Planungshinweise und Empfehlungen sind redaktionelle Einordnungen von Golden Beach.

  1. Sustav odvodnje i uređaj za pročišćavanje otpadnih voda na području aglomeracije Ražanac – OPUO 2026Ministerium für Umweltschutz und grüne Transformation der Republik Kroatien · veröffentlicht 23. September 2026; geprüft 26. September 2026amtlicher Verfahrenseintrag, Veröffentlichungsdatum sowie Links zu Information und Umweltbericht
  2. Informacija o zahtjevu za ocjenu o potrebi procjene utjecaja na okoliš – aglomeracija RažanacMinisterium für Umweltschutz und grüne Transformation der Republik Kroatien · 11. September 2026; veröffentlicht 23. September 2026Antragsteller, Status der OPUO, Prüfung des Natura-2000-Bezugs und 30-tägige Frist für Stellungnahmen
  3. Elaborat zaštite okoliša – sustav odvodnje i UPOV aglomeracije RažanacMinisterium für Umweltschutz und grüne Transformation der Republik Kroatien · veröffentlicht 23. September 2026; geprüft 26. September 202621 Orte, Leitungslängen, Pumpstationen, Anschlussvorbereitungen, Klärwerkskapazität, Auslauf und Trassenführung
  4. Ocjena o potrebi procjene utjecaja zahvata na okoliš (OPUO)Ministerium für Umweltschutz und grüne Transformation der Republik Kroatien · laufende Verfahrensinformation; geprüft 26. September 2026Bedeutung und Ablauf der Umweltvorprüfung sowie Abgrenzung zur vollständigen Umweltverträglichkeitsprüfung
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