Menschen aus Lika und Unterstützer zogen vom Tomislav-Platz ins Zentrum Zagrebs. Im Mittelpunkt standen illegal abgelagerter gefährlicher Abfall bei Gospić, verbindliche Fristen und die Forderung nach einem anderen Umgang mit Umweltverantwortung in ganz Kroatien.
Von Lika in die Hauptstadt
Die Demonstration „Hodaj za Liku, hodaj za Hrvatsku“ fand am Samstag, 5. September, in Zagreb statt. Nach dem Auftakt um 11 Uhr am Trg kralja Tomislava zog die Versammlung zum Trg bana Josipa Jelačića, wo das Hauptprogramm begann.
Organisiert wurde sie von der Bürgerinitiative „Gospić je naš dom“. Der Anlass war konkret in Gospić verortet; der Titel und die Auswahl der Redebeiträge sollten das Thema zugleich als gesamtstaatliche Umweltfrage sichtbar machen.
Zwei Fristen bilden den Kern der Forderungen
Die Initiativen verlangen, dass die Regierung binnen 20 Tagen einen vollständigen Sanierungsplan vorlegt. Außerdem sollen 33.000 Tonnen vergrabener gefährlicher Abfälle innerhalb von drei Monaten entfernt werden.
Beides sind Forderungen der Veranstalter, keine bereits verbindlich abgeschlossenen Regierungsentscheidungen. Gerade bei den drei Monaten ist wichtig, Wunsch, technische Machbarkeit, Vergabe und rechtliche Verantwortung nicht zu vermischen.
Rund 15 Initiativen und Verbände kamen zu Wort
HRT berichtet von Redebeiträgen aus ungefähr 15 Bürgerinitiativen und Umweltvereinigungen. Damit reichte die Bühne über die Gospićer Kerngruppe hinaus und verband Erfahrungen aus mehreren belasteten Orten Kroatiens.
Eine verlässliche amtliche Teilnehmerzahl lag in den geprüften Quellen nicht vor. Deshalb beschreibt Golden Beach die sichtbar große Versammlung, übernimmt aber keine umstrittene exakte Publikumsschätzung.
Gospić bleibt der konkrete Prüfstein
Im Zentrum steht illegal abgelagerter gefährlicher Abfall im Raum Gospić. Die Sorge betrifft nicht nur sichtbare Ablagerungen, sondern mögliche Folgen für Karst, Boden, Wasser und Vertrauen in staatliche Kontrolle.
Welche konkrete Belastung an welchem Ort gemessen wurde, muss dennoch aus amtlichen Proben und Untersuchungen kommen. Demonstrationsparolen drücken Sorge und politischen Druck aus; sie ersetzen keine Umweltmessung.
Die Regierung verspricht einen Plan bis 20. September
Umweltministerin Marija Vučković kündigte während des Protesttages an, den Sanierungsplan für Gospić bis 20. September vorzustellen. Damit nennt die Regierung einen Termin, der in die von den Initiativen verlangte Größenordnung fällt.
Eine Zusage für die vollständige Entfernung binnen drei Monaten gab sie nicht. Auch ein vorgestellter Plan ist noch keine abgeschlossene Räumung; er muss Orte, Mengen, Zuständigkeiten, Verfahren und Zeitfolge belastbar erklären.
Beim Abfallimport stehen Behauptung und Rechtslage gegenüber
Auf der Kundgebung wurde auch ein sofortiges Verbot jeglichen Abfallimports gefordert. Das Ministerium widersprach zuvor der Darstellung, gefährlicher Abfall könne frei und ohne Kontrolle nach Kroatien eingeführt werden, und verwies auf Genehmigungs- und Kontrollverfahren.
Damit sind zwei Ebenen zu trennen: die politische Forderung nach einem strengeren oder vollständigen Importstopp und die Frage, welche Einfuhren nach geltendem Recht genehmigt, kontrolliert oder verboten sind.
Der Protest endet – die überprüfbaren Termine beginnen
Nach der Kundgebung lässt sich Wirkung nicht allein an Bildern des vollen Platzes messen. Der erste konkrete Kontrollpunkt ist der 20. September: Dann soll der Regierungsplan vorliegen.
Danach zählen veröffentlichte Untersuchungen, Aufträge, Abtransport, Entsorgungsnachweise und Fortschrittsberichte. Der Protestartikel dokumentiert Forderungen und gesellschaftlichen Druck; unser eigener Gospić-Beitrag verfolgt getrennt den tatsächlichen Sanierungsstand.
Faktenlage
Quellen & Datenstand
Die Quellen tragen die Fakten. Planungshinweise und Empfehlungen sind redaktionelle Einordnungen von Golden Beach.
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