Vom 1. bis 10. September setzen Freiwillige Trockenmauern instand und arbeiten an einer historischen Parzelle. Das Welterbe auf Hvar ist kein eingefrorenes Museum, sondern seit 24 Jahrhunderten genutzte Agrarlandschaft.

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Zehn Tage Arbeit an einer Landschaft

Vom 1. bis 10. September 2026 arbeiten internationale Freiwillige im Starogradsko polje auf Hvar. Die kroatische UNESCO-Kommission organisiert das Projekt nach Angaben des Kulturministeriums im sechsten Jahr in Folge und mit Unterstützung des UNESCO-Welterbezentrums.

Die Gruppe kommt nicht zu einer symbolischen Fotostunde. Auf dem Programm stehen praktische Erhaltungsarbeiten, Gespräche über die Geschichte des Feldes sowie die Vermittlung alter Handwerke und mediterraner Kulturpflanzen. Partner für die Trockenmauerarbeit ist die kroatische Initiative 4 Grada Dragodid.

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Die Griechen legten das Raster im 4. Jahrhundert vor Christus an

Als griechische Kolonisten die Insel im 4. Jahrhundert vor Christus besiedelten, teilten sie die Ebene in geometrische Grundstücke. Straßen und Trockenmauern machten aus der Fläche ein klares Raster, dessen Grundstruktur bis heute erkennbar geblieben ist.

Das Kulturministerium beschreibt 75 historische Parzellen. Entscheidend ist weniger die Zahl allein als ihre Lesbarkeit in der Landschaft: Grenzen, Wege und Nutzung erzählen gemeinsam, wie Landwirtschaft organisiert wurde – nicht als Ruine, sondern als weiterbewirtschafteter Raum.

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Welterbe ist hier kein einzelnes Gebäude

Die UNESCO nahm die Ebene 2008 in die Welterbeliste auf. Geschützt ist eine Kulturlandschaft, in der das antike Parzellensystem und die landwirtschaftliche Nutzung miteinander verbunden sind. Weinreben und Oliven prägen die Felder bis heute.

Gerade die fortgesetzte Nutzung macht den Ort außergewöhnlich. Eine Landschaft überlebt nicht, indem man sie unter Glas stellt. Sie braucht bewirtschaftete Böden, freie Wege, erhaltene Mauern und Menschen, die das Wissen über Pflege und Reparatur weitergeben.

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Trockenmauern halten ohne Mörtel

Bei einer Trockenmauer trägt nicht Bindemittel, sondern die sorgfältige Auswahl und Schichtung der Steine. Jeder passende Kontakt verteilt Last; Hohlräume werden mit kleineren Steinen stabilisiert. Eine schnelle Lage Zement wäre keine traditionelle Reparatur, sondern würde Material und Wasserhaushalt verändern.

Die Mauern markieren Grundstücke, räumen Steine aus den Anbauflächen und bremsen Erosion. Zusammen mit Zisternen und Rinnen gehören sie zu einem historischen System, das knappen Niederschlag in einer mediterranen Agrarlandschaft nutzbar machte.

Behandschuhte Hände passen einen unregelmäßigen Kalkstein in eine Trockenmauer ein
Golden Beach / OpenAI ImageGen · symbolische Darstellung
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Die Freiwilligen restaurieren auch eine Striga

Das UNESCO-Projektblatt nennt neben der Instandsetzung von Trockenmauern die Restaurierung einer ‚striga‘, einer langgestreckten historischen Feldparzelle. Die Arbeit verbindet damit einen konkreten Ort im Raster mit dem größeren Ziel, die landwirtschaftliche Struktur lesbar und nutzbar zu halten.

Wie viele Meter Mauer in diesen zehn Tagen fertig werden, ist nicht veröffentlicht. Ein Erhaltungsprojekt lässt sich ohnehin nicht nur in Länge messen: Traditionelle Technik, gemeinsames Lernen und lokale Verantwortung sind Teil des Ergebnisses.

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Besuchen heißt nicht automatisch mitarbeiten

Das Starogradsko polje lässt sich als Landschaft erleben, doch die aktuelle Meldung ist keine offene Anmeldung zu einem Workshop und kein Versprechen einer öffentlichen Führung. Wer die Freiwilligen sieht, sollte ihre Arbeit nicht unterbrechen oder sich ohne Absprache einer Gruppe anschließen.

Bleibe auf vorhandenen Wegen, steige nicht auf Trockenmauern und behandle Reben, Olivenbäume und Grundstücke als das, was sie sind: bewirtschaftete Flächen. Ein UNESCO-Schild macht privates oder landwirtschaftlich genutztes Land nicht zur frei verfügbaren Kulisse.

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Der beste Blick ist der auf die Zusammenhänge

Aus der Nähe sieht man einzelne Kalksteine, Rebstöcke und Fahrspuren. Erst mit etwas Abstand wird das alte Raster aus langen Linien verständlich. Nimm dir daher mehr Zeit als für einen kurzen Halt zwischen Stari Grad und Vrboska.

Die laufende Freiwilligenarbeit liefert dafür den richtigen Schlüssel: Welterbe ist kein Preis, den ein Ort einmal bekommt. Es ist eine Verpflichtung, bei der Reparatur, Landwirtschaft und Wissen immer wieder zusammenkommen müssen.

Faktenlage

Quellen & Datenstand

Die Quellen tragen die Fakten. Planungshinweise und Empfehlungen sind redaktionelle Einordnungen von Golden Beach.

  1. Internationales UNESCO-Freiwilligenprojekt im Starogradsko poljeKroatisches Ministerium für Kultur und Medien · 4. September 2026, geprüft am 5. September 2026Projektzeitraum, sechste Ausgabe, Organisation, historische Parzellen und Vermittlungsziele
  2. World Heritage Volunteers 2026 – Starogradsko poljeUNESCO World Heritage Centre · Projektblatt 2026, geprüft am 5. September 2026Arbeitsprogramm, Trockenmauern, Striga, Regenwassersystem, Landwirtschaft und Projektpartner
  3. Stari Grad PlainUNESCO World Heritage Centre · Welterbeeintrag seit 2008, geprüft am 5. September 2026Welterbestatus, Entstehung im 4. Jahrhundert vor Christus und Erhalt des griechischen Parzellensystems
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