Die Bilder wirkten wie ein Großbrand. Amtlich bestätigt ist jedoch ein Ausfall der externen Stromversorgung, durch den das Sicherheits-Fackelsystem stärker belastet wurde. Warum die Flamme wieder sichtbar werden kann – und was Luft- und Badedaten tatsächlich aussagen.

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Was viele vom Kvarner aus gesehen haben

Am Nachmittag des 21. August stieg über der Raffinerie Rijeka am Standort Urinj eine kräftige dunkle Rauchfahne auf. Gleichzeitig war eine deutlich erhöhte Fackelflamme zu sehen. Aus Kraljevica, Kostrena und von Teilen der Insel Krk wirkte das aus der Entfernung wie ein großer Brand in der Industrieanlage.

Die Bilder waren real, die erste Deutung aber nicht automatisch richtig. Die von der Gemeinde Kostrena veröffentlichte INA-Erklärung bestätigt weder einen Raffineriebrand noch eine Explosion. Ebenso wenig bestätigt sie einen direkten Blitzeinschlag in eine bestimmte Trafostation. Belastbar ist eine andere Ereigniskette: Gewitter, Ausfall im externen Stromnetz, Auswirkungen auf die Produktionsanlagen und eine starke Belastung des Fackelsystems.

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Der amtlich bestätigte Ablauf

Gegen 16 Uhr fiel während des Gewitters vorübergehend die externe Stromversorgung aus, an die auch die Raffinerie angeschlossen ist. Nach Angaben von INA beeinflusste das die Produktionsanlagen und das Sicherheits-Fackelsystem. Die sichtbare Folge waren eine höhere Flamme und stärkerer Rauch.

Die Stromversorgung wurde anschließend wiederhergestellt. Danach begann die Stabilisierung des Prozesssystems und das schrittweise Wiederanfahren der Anlagen nach den vorgeschriebenen Sicherheitsverfahren. Dieser zweite Teil ist wichtig: Mit dem Ende des Stromausfalls war die Anlage nicht augenblicklich wieder im normalen Betriebszustand.

Stromausfall, Fackel und Luftwerte

Infografik zum Ablauf vom externen Stromausfall über die sichere Entlastung der Anlagen bis zur größeren Fackelflamme und anschließenden Stabilisierung

01 ca. 16 Uhr Ausfall der externen Stromversorgung am 21. August
02 keine Evakuierung im geprüften amtlichen Stand veröffentlicht
03 kommende Wochen zeitweise größere Fackelflamme weiterhin möglich
Golden Beach · eigene Darstellung nach der von der Gemeinde Kostrena veröffentlichten INA-Erklärung
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Warum eine Raffinerie überhaupt eine Fackel besitzt

Eine Raffineriefackel ist kein dekorativer Schornstein, sondern ein Sicherheitsweg für Prozessgase. Wenn Anlagen ungeplant ausfallen, heruntergefahren oder wieder gestartet werden, müssen Gase kontrolliert aus den betroffenen Systemen abgeführt werden. Die Fackel verbrennt sie an einem dafür vorgesehenen Ort, statt sie unkontrolliert in den Anlagen zu belassen.

Das erklärt, warum eine größere Flamme bei einer Störung Teil des Sicherheitssystems sein kann. Es bedeutet nicht, dass jedes sichtbare Rauchen bedeutungslos wäre. Die Verbrennung erzeugt reale Emissionen, und schwarzer Rauch zeigt, dass die Verbrennung zeitweise nicht vollständig rußfrei ablief. Der sachliche Satz lautet deshalb: Sicherheitsfunktion ja – bloßer optischer Effekt nein.

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Das geplante Anfahren der DCU-Anlage war der Hintergrund, nicht die bestätigte Ursache

Bereits am 20. August hatte die Raffinerie angekündigt, vom 20. bis 23. August die DCU-Anlage anzufahren. Dabei seien mehr Lärm und Rauch möglich. DCU steht für Delayed Coker Unit, eine Anlage zur weiteren Verarbeitung schwerer Rückstände. Das geplante Anfahren erklärt, warum sich Teile des Standorts ohnehin in einer sensiblen Betriebsphase befanden.

Die starke Rauchentwicklung am Freitagnachmittag wurde amtlich jedoch mit dem ungeplanten Ausfall der externen Stromversorgung verbunden. Beides darf nicht verschmolzen werden. Der Anlagenstart war angekündigt; der Stromausfall während des Gewitters war es nicht. Erst die Kombination aus Betriebszustand, Versorgungsunterbrechung und anschließender Stabilisierung erklärt, weshalb die Bilder so außergewöhnlich wirkten.

Panoramablick auf die Raffinerie Rijeka am Standort Urinj mit Tanks, Anlagen und Schornstein an der Küste
Foto: Roberta F. / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Archivaufnahme von 2008, nicht der Vorfall vom 21. August 2026
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Was die Luftmessstation Urinj zeigte – und was sie nicht beweist

Die öffentliche Messseite des Gesundheitsinstituts der Gespanschaft zeigt für Urinj nicht validierte Stundenwerte. Für 16 Uhr wurden unter anderem 39,6 Mikrogramm Stickstoffdioxid, 27,4 Mikrogramm Schwefeldioxid und 9,2 Mikrogramm PM10 je Kubikmeter angezeigt. Die Seite markierte bei den angezeigten Stoffen in dieser Stunde keine Grenzwertüberschreitung.

Daraus folgt keine pauschale Entwarnung für die gesamte Rauchfahne. Die Werte sind noch nicht validiert, eine einzelne Station erfasst nicht jeden Ort unter einer ziehenden Fahne, und ein fehlender Messwert ist kein Nullwert. Auch der PM10-Wert einer Stunde lässt sich nicht direkt mit einem Tagesgrenzwert vergleichen. Belastbar ist nur: An der Station war für die angezeigten Stoffe keine Überschreitung markiert – nicht: Es habe überall keinerlei Luftbelastung gegeben.

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Keine neue Badewarnung – bestehende Hinweise bleiben getrennt

Bis zum geprüften Stand veröffentlichte Kostrena keine neue Badewarnung als Folge des Stromausfalls. Es gibt ebenso keinen amtlichen Beleg für eine dadurch verursachte neue Meeresverschmutzung. Umgekehrt kann eine Untersuchung vom 4. August den späteren Vorfall naturgemäß nicht bewerten.

Im Bereich Kostrena bestanden bereits zuvor lokale Empfehlungen, an Klančić und Podkvarovo bei Urinj nicht zu baden. Diese Hinweise haben eine ältere, eigenständige Vorgeschichte und dürfen nicht nachträglich als Folge der Rauchentwicklung vom 21. August dargestellt werden. Wer dort baden möchte, prüft die konkrete Messstelle und die jüngste kommunale Veröffentlichung – nicht nur eine allgemeine Karte für die Küste.

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Warum die Fackel in den nächsten Wochen erneut größer werden kann

INA kündigte an, dass während der Stabilisierung und des Wiederanfahrens in den kommenden Wochen zeitweise erneut eine erhöhte Fackelflamme auftreten könne. Eine sichtbare Flamme nach dem 21. August wäre deshalb nicht automatisch ein neuer Unfall. Sie ist aber auch kein Grund, jede Beobachtung ohne Prüfung abzutun.

Entscheidend sind Zeitpunkt, amtliche Mitteilung und Begleitzeichen. Eine bekannte, angekündigte Fackelphase ist anders einzuordnen als eine plötzlich anwachsende Rauchfahne mit Knall, Feuer außerhalb der Fackel, sichtbaren Einsatzkräften oder einer Warnmeldung. Neue Fotos beweisen allein weder einen neuen Notfall noch, dass lediglich der alte Betriebszustand fortbesteht.

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Was Gäste bei erneutem Rauch sinnvoll tun können

Wer eine auffällige Fackel sieht, prüft zuerst die Startseite der Gemeinde Kostrena und die regionale Luftmessseite. Bei deutlichem Geruch oder Reizung ist es vernünftig, Fenster vorübergehend zu schließen und anstrengende Aktivitäten im Freien zu verschieben, bis die Fahne abgezogen oder eine amtliche Einordnung verfügbar ist. Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen halten sich an ihre individuelle ärztliche Empfehlung.

112 ist für eine konkrete Notlage gedacht – etwa Feuer außerhalb der vorgesehenen Anlage, Verletzte, starke akute Beschwerden oder eine unmittelbare Gefahr. Für die reine Frage, warum eine bekannte Fackel sichtbar ist, sind Gemeinde, Betreiberinformation und Messdaten die besseren Quellen. Social-Media-Bilder helfen beim Entdecken eines Ereignisses, ersetzen aber weder Ursache noch Gesundheitsbewertung.

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Was weiterhin offen bleibt

Offen bleibt eine abschließende validierte Luftauswertung für die Ereignisphase. Auch die öffentliche Erklärung nennt keine detaillierte technische Fehleranalyse des externen Netzausfalls und keine vollständige Emissionsbilanz. Aus dem bisherigen Stand lässt sich daher weder ein schadstofffreier Vorgang noch eine unkontrollierte Großhavarie ableiten.

Der gesicherte Kern ist schmaler und zugleich nützlicher: Die ungewöhnliche Rauchentwicklung war real; amtlich bestätigt ist ein Stromausfall mit anschließender Belastung des Fackelsystems. Strom und Prozesssystem wurden stabilisiert, eine größere Fackel kann beim Wiederanfahren zeitweise zurückkehren, und eine neue Evakuierungs-, Gesundheits- oder Badewarnung wurde bis zum 22. August nicht veröffentlicht.

Faktenlage

Quellen & Datenstand

Die Quellen tragen die Fakten. Planungshinweise und Empfehlungen sind redaktionelle Einordnungen von Golden Beach.

  1. Privremeni prekid napajanja izazvao pojačano dimljenje u Rafineriji nafte na UrinjuGemeinde Kostrena mit INA-Erklärung · 21. August 2026; aktueller Gemeindestand geprüft 22. August 2026externer Stromausfall, Belastung des Fackelsystems, Wiederherstellung, Stabilisierung und mögliche größere Flamme in den folgenden Wochen
  2. Obavijest iz Rafinerije nafte na UrinjuGemeinde Kostrena / Raffinerie Rijeka · 20. August 2026angekündigtes Anfahren der DCU-Anlage vom 20. bis 23. August und möglicher zusätzlicher Lärm beziehungsweise Rauch
  3. Kvaliteta zrakaNastavni zavod za javno zdravstvo Primorsko-goranske županije · nicht validierte Stundenwerte vom 21. August 2026; erneut geprüft 22. August 2026Messstation Urinj, angezeigte Stundenwerte und Grenzen ihrer Interpretation
  4. Peto ispitivanje kvalitete mora na području KostreneGemeinde Kostrena · Untersuchung 4. August, veröffentlicht 19. August 2026Badewasserstand vor dem Raffinerieereignis und Abgrenzung zu bestehenden lokalen Nichtbade-Empfehlungen
  5. Onečišćenje zraka BakarŽiga / Wikimedia Commons · Aufnahme 2005; Lizenz geprüft 22. August 2026Titel- und Socialbild, CC0; historische Archivaufnahme, nicht der Vorfall vom 21. August 2026
  6. Urinj 251208Roberta F. / Wikimedia Commons · Aufnahme 25. Dezember 2008; Lizenz geprüft 22. August 2026Zwischenbild der Raffinerie und ihrer Lage am Kvarner, CC BY-SA 3.0; Archivaufnahme
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